70% der Asylbewerber aus Krisengebieten

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung am 5.11.15 berichtet, haben im Oktober 17.307 Menschen in Baden-Württemberg  einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Über 70% seien aus den Krisen-und Kriegsgebieten Syrien, Afghanistan und Irak. Die Prognose von 100.000 Flüchtlingen, die in Baden-Württemberg unterzubringen seien, würden sich wohl nicht halten lassen.
Hierzu auch der Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 5.11.2015.
Noch schweigt das BAMF und das Bundesinnenministerium zu aktuellen Prognosen. Zur Asylgeschäftsstatistik vom 5.11.15 hier...

Laut Ministerium wurden jedenfalls von Januar bis Oktober 2015 insgesamt bereits 758.473 Zugänge im Easy-System registriert (mit vermutlich hoher Dunkelziffer). 

Aber rechnen sei nicht verboten:

Was könnte dies für den Landkreis Karlsruhe und die Kommunen bedeuten?

  1. Bei einer Prognose von (lediglich) 1 Mio Flüchtlinge für 2015 ergeben sich nach dem Königsteiner Schlüssel für den Landkreis Karlsruhe nicht 4.742 aufzunehmende Flüchtlinge, sondern rund 6.000.

  2. Bei einer Prognose von 1,2 Mio Flüchtlingen ergeben sich rund 7.000 Flüchtlinge für den Landkreis. Und bei 1,5 Mio. wären es fast 9.000...

  3. Bei einer Anerkennungsquote von 60-70% sind dann nach spätestens 24 Monaten die anerkannten Asylbewerber in der Anschlussunterbringung in den Kommunen unterzubringen.
    Somit 3.600 - 4.900 Personen im Landkreis. Familiennachzug nicht mitgerechnet.

  4. Da die Kommunen deshalb erst in den Jahren 2017 ff. diese massive Entwicklung aus 2015 betreffend Anschlussunterbringung zu spüren bekommen, scheint man mancherorts noch keinen akuten Handlungsbedarf zu sehen. Der soziale Wohnungsbau und die Erschließung von Baugebieten wird´s schon richten...