Blick zum Nachbarn: Bad Herrenalb mit dem Rücken zur Wand

Wie die BNN am 28.11.2015 berichtete, steht Bad Herrenalb finanziell mit dem Rücken zur Wand.
Zwischenzeitlich hat sich auch die Rechtsaufsicht, das Landratsamt Calw, eingeschaltet und den Haushalt nur genehmigt, wenn die Verluste heruntergefahren werden können.
Gemeint sind insbesondere die Verluste, die durch die Siebentäler-Therme und das Freibad verursacht werden.

Eigentümer und Betreiber sind die Stadtwerke Bad Herrenalb. Die Verluste belaufen sich dort für die genannten Einrichtungen auf zwischen € 900.0000 und € 1,3 Mio. jährlich.

Die Verschuldung Bad Herrenalbs ist erheblich, und die Rücklage ist bis auf die Mindestrücklage aufgebraucht.
Aus dem Vorbericht zum Haushaltsplan 2015: "Ein Verkauf bzw. eine Schließung von Thermalbad und Freibad sind zu diskutieren."
(Im Gegensatz zu Waldbronn veröffentlicht Bad Herrenalb übrigens den gesamten Haushaltsplan hier!)

Nun soll laut BNN das Anlagevermögen für € 4,2 Mio. wieder an die Stadt verkauft werden, um die Abschreibungen um € 300.000 zu senken. 
Das scheint  mir eine Verzweiflungstat zu sein. Denn das operative Ergebnis ohne Abschreibungen wird sich dadurch wohl kaum verbessern lassen und ist Bilanzkosmetik.
Hoffentlich haben sich die Verantwortlichen dabei auch mögliche steuerliche Auswirkungen angeschaut. Denn dann fallen bei den Stadtwerken Bad Herrenalb möglicherweise steuerpflichtige Veräußerungsgewinne in erheblicher Höhe an. Und die wären dann cash-wirksam.

Was hat das alles mit Waldbronn zu tun?

  • Waldbronn scheint sich ja in Bezug auf Bad Herrenalb in einer "Wettbewerbssituation Thermen" zu befinden - und schweigt deshalb über geplante Investitionen insbesondere in die Albtherme. Ob dies angesichts des Haushalts von Bad Herrenalb eine Begründung sein kann, darf bezweifelt werden.

  • Bad Herrenalb hat bereits die Rechtsaufsicht am Hals. Und seit 2012 ein Haushaltssicherungskonzept erstellt.
    Angesichts der Haushaltslage von Waldbronn ist zu fragen, wann Waldbronn ein Haushaltssicherungskonzept erstellt oder erstellen muss.
    Denn mit Blick auf die Zukunft sollte man wohl eine Zwangsverwaltung durch die Aufsichtsbehörde vermeiden, oder?