Planungen der Gemeinde Waldbronn bis 2019: Einnahmen geplant - Ausgaben nicht!

Zwischenzeitlich wurde der vollständige Haushaltsplan 2016 nebst Ausblick bis 2019 von der Gemeinde ins Netz gestellt. Auch die überwiegend vollständigen Unterlagen für die Gemeinderatssitzung am 27.1.2016 sind nun aufzufinden. Ein richtiger Schritt zu mehr Transparenz.
Siehe auch mein Beitrag zum Thema katholische Kirche und Pfarrhaus Busenbach hier->


Die Unterlagen zu den Gemeindefinanzen lassen nur einen Kommentar zu: Der Ausblick ist noch schlimmer, als von mir bisher befürchtet:

Der Zuschussbedarf 2016 der freiwilligen Einrichtungen Waldbronns beläuft sich auf

  • Musikschule: € 292.887
  • Bücherei: € 163.282
  • Eistreff: € 719.950 (plus 100.000 Energiezentrale)
  • VHS: € 268.002
  • plus plus...(Kurhaus, Kurpark etc.) - siehe unten.

Doch dies ist eigentlich nur eine Randnotiz.

 

Denn die Investitionsplanungen der Gemeinde bis 2019 berücksichtigen wohl die Einnahmen aus Verkaufserlösen Rück II mit 8,9 Mio. sowie die Kosten mit rund 3 Mio. - Saldo 5,9 Mio.
Nicht jedoch weitere dann notwendige Investitionen, z.B. in den Ausbau von Kindergartenplätzen.

Ebenso finden weitere notwendige Investitionen ab 2017 in den Bau von Flüchtlingsheimen (Anschlussunterbringung) keinen Niederschlag. Die Frage, wie viele Kindergartenplätze möglicherweise nur aufgrund der Flüchtlingssituation benötigt werden, wurden in meinem Beitrag Kindergartenplätze dargestellt ->

 

Neubaugebiet:

Mangels einer nicht vorhandenen Kosten-Nutzen-Analyse von Rück II hier ein Beispiel, das zufälligerweise die gleiche Größe von 7,4 ha hat:

Hierzu der Gutachter:

"...Der Gutachter geht davon aus, dass in dem Neubaugebiet im Jahr 2017 in 220 Wohneinheiten 795 Personen wohnen werden, darunter 191 Kinder unter 14 Jahren. 80 % davon sind Zuzüge aus anderen Gemeinden. Er errechnet daraus einen Spitzenbedarf in den Jahren 2017 und 2018 von 33 – 35 Krippenplätzen für Kleinkinder (zwischen 1 und 3 Jahren), rd. 60 Kindergartenkinder (zwischen 3 und 6 Jahren) - bis 2020 sogar 75 Kindergartenkinder - und ab 2019 rd. 80 zusätzliche Grundschulkinder. Das bedeutet in der Spitze einen Zuwachs von zwei Kinderkrippen- und drei Kindergartengruppen."

Zum Artikel des SPD-Ortsvereins Hemmingen->


Fazit: Pleite vorprogrammiert

Auf den angekündigten Masterplan dürfen wir gespannt sein.
Denn unsere Verwaltungsspitze müsste schon einen Masterplan zur Lösung der Flüchtlings-und Kindergartenproblematik haben, der davon ausgeht, dass die Kriegshandlungen in Syrien, Irak und anderswo per sofort eingestellt werden und im Neubaugebiet nur Seniorenheime und Gewerbeansiedlungen entstehen, um eine solche Planung rechtfertigen zu können.

 

Ich prognostiziere deshalb - anders als im Haushaltsplan bis 2019 dargestellt - nicht mit einem Rückgang der Verschuldung des Kernhaushalts auf 15,5 Mio. bei 1,3 Mio. Rücklagen, sondern ganz im Gegenteil:
- weitere Kreditaufnahmen in Höhe von mindestens 5 Mio
- Rücklagen: Nur Mindestrücklage
- Verwaltungshaushalt: defizitär
Die Gesamtverschuldung Waldbronns liegt dann eher bei über 30 Mio. (inkl. Eigenbetrieb und Kurverwaltung).

Zeit zu handeln?

Hier der Vollständigkeit halber die wesentlichen kostenrechnenden Einrichtungen: