Blick zum Nachbarn: Karlsruhe - Demonstration gegen Sparbeschlüsse

Eine "Aktion Kollektiv Theatral" (AKT) hat sich aus der Kulturszene der Stadt Karlsruhe gebildet. Um gegen die Sparbeschlüsse des Gemeinderats (Beschlüsse vom 26.4.2016) vorzugehen.
Hinter der Initiative stehen z.B. freie Kulturschaffende und Schauspieler wie Michel Brandt ("Die Linke") vom Staatstheater oder Judith Franke (Theaterpädagogin), die sich im Landtagswahlkampf für die Wahl von Michel Brandt (Die Linke) in den Landtag von Baden-Württemberg stark machte - siehe hier->

 

Die Initiatoren wollen nun eine größere Öffentlichkeit erreichen und rufen zur Demo am 18.6.2016 um 12:30 Uhr am Marktplatz Karlsruhe auf...

 

Auszug aus der Rede der Linken-Stadträtin Sabine Zürn bei der Gemeinderatssitzung am 26.4.2016:

..."In den Sparmodus geschaltet, glauben viele Gemeinderats-Fraktionen wahrscheinlich selbst, was sie ständig sagen: Das Sparen werde allen weh tun, für Jeden sei etwas „Schmerzliches“ dabei.

Doch das ist falsch! Weh tun die Kürzungen vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Dass die Sozialausgaben steigen, lag und liegt doch auch in Karlsruhe weniger an der Großzügigkeit der Stadt in „fetten Jahren“, sondern daran, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht und es immer mehr Menschen gibt, die auf Unterstützung angewiesen sind: Obwohl die Stadt glauben machen will, sie habe den sozialen Bereich in den letzten Jahren üppig ausgestattet, sind hier doch vor allem Riesendefizite festzustellen:

Wohnungsnot, Armut und Obdachlosigkeit haben zugenommen! Kinderreiche, Allein Erziehende, Migrantinnen und Migranten, Kinder und Jugendliche, Alte, kleine Initiativen und Vereine, Kunstschaffende und Kreative mit weniger Geldihnen tun die Streichungen weh, sie bedrohen teilweise ihre Existenz!"...

 


Kommentar: Sind die Besucher des Staatstheaters die erwähnten Bürger mit geringem Einkommen?

Das darf wohl trefflich bezweifelt werden. 

Wenn sich die "Linke" programmatisch als Anwalt der Benachteiligten in der Bevölkerung versteht, so ist das verständlich und gehört zum Profil der Partei.

Der Vorstand der "Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters Karlsruhe e.V." - der eine online-Petition mit aktuell 6.838 Unterstützern/Unterstützerinnen initiiert hat - dürfte allerdings auch nicht zu den benachteiligten Bevölkerungsgruppen gehören:

Dr. Bernd Krüger: Arzt

Katrin Lorbeer: Leitung PR und Marketing Badisches Landesmuseum Karlsruhe

Volker Kramer: Filialleiter VoBa Grünwettersbach

Konkrete andere Vorschläge, wie denn nun die Finanzmisere der Stadt gelöst werden könnte, sucht man allerdings bei den "Linken" vergebens...(stimmt nicht: Brötchentaste: Zustimmung)

Hierzu empfehle ich auch den Blog zum Staatstheater "Krisen sind Chancen" nebst Kommentaren hier->

Beispielhaft dieser Kommentar:

"Karlheinz27. April 2016 um 16:42

Wenn die hochdotierten Stellen, die sich seit der Intendanz Spuhler explosionsartig vermehrt haben, wieder gestrichen würden, käme schon eine erkleckliche Summe zusammen.
Ich habe den Eindruck, dass für jeden, der den Finger gehoben hat, irgendwie ein neuer Posten geschaffen wurde. Aber wahrscheinlich werden diese neuen Posten erst ganz am Ende unter Spuhlers Sparpaket fallen. 

Ich hatte die letzten Jahre immer das Gefühl, Geld spielt im Badischen Staatstheater keine Rolle. Das kann man einfach ausgeben, es kommt ständig nach. Wenn eine Inszenierung ein Reinfall ist und nicht angenommen wird, kommt eben wieder eine neue.

Überall im Haus laufen irgendwelche Assistenten herum. Sind am Monatsende oder am Ende der Spielzeit Prospekte und Kataloge übrig, kommen sie halt zum Altpapier. 

Ich habe mich auch oft gefragt, wieso der Verwaltungsrat alles durchwinkt, was von Spuhler gewünscht wird, ohne dabei auf die Kosten zu achten.

Dass Kassenschlager wie z.B. Rigoletto und La Bohème total in den Sand gesetzt wurden und nicht wieder aufgenommen werden können, wird sich in Zukunft böse rächen.

Die ganzen gutgehenden Wiederaufnahmen in der Oper sind noch in der Ära Thorwald entstanden.

Warum Tristan und Isolde für 6 Aufführungen, wenn es zur gleichen Zeit Tristan und Isolde in Baden-Baden gibt?

Wozu der neue Ring?

Warum kommt kaum eine Oper ohne Gäste aus?

Wozu müssen 3 zusätzliche Orchester für die Händelfestspiele engagiert werden?

Vielleicht besinnt sich die Leitung jetzt wieder auf das Wesentliche."