Der Bürgerbrief des Kandidaten Masino...zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Im aktuellen Bürgerbrief des BM-Kandidaten Franz Masino siehe hier -> ist wieder einmal von Schuldenabbau die Rede. Und von Schwarzmalern. 1 Mio weniger Schulden habe der Nichtverwaltungsfachmann Masino erarbeitet. Masino bezieht sich hier auf den Schuldenstand 2016.
Was er hierbei unter den Tisch fallen lässt: Der unerwartete - und von Masino unbeeinflussbare- Gewerbesteuersegen, der 2016 kurzfristig rund 5 Mio. mehr in die Kasse der Gemeinde spülte.

Hierzu das Landratsamt:

"lm Haushaltsjahr 2016 konnte die vorgeschriebene Mindestzuführung

zum Vermögenshaushalt zur Tilgung der Kreditverpflichtungen letztlich erst durch einmalig hohe

Gewerbesteuereinnahmen erreicht werden."

 

"Ein Plan ist das Eine, die Wirklichkeit...

schreibt oft andere Zahlen", so Amtsinhaber Franz Masino in seinem Bürgerbrief.

Wie Recht er hat!

Vor stark 3 Jahren wurde der Haushaltsplan 2014 nebst Finanzausblick bis 2017 aufgestellt.

Und dieser sah so aus (siehe Schaubild):

Nettoverschuldung
( = Schulden minus Rücklagen) 2016: Rund 12 Mio.
Nettoverschuldung 2017: Rund 10 Mio.

Zwischen Plan und Realität liegen tatsächlich Welten. Und zwar zum Negativen.

"Kurverwaltung hat weniger Schulden"

Auf welchen Schuldenstand bzw. welches Jahr sich Masino hier bezieht, bleibt sein Geheimnis. Denn die Kurverwaltung ist überwiegend "Geheimsache".

Möglicherweise bezieht sich Masino auf das Jahr 2015. Oder auch 2016.

Jedoch 2017 wird durch die bereits freigegebenen Investitionen (Steuergelder 3 Mio, davon Fremddarlehen 2,4 Mio mit Bürgschaft der Gemeinde) der Schuldenstand nach Recherchen von Zukunft Waldbronn auf rund 5,5 Mio. steigen.

2008
 - vor Masino -betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4,4 Mio. (Quelle: Bilanz 2008)

"Rücklagen aktuell 5,7 Mio..."

Woher diese aktuellen Rücklagen von 5,7 Mio. laut Masino (Plan 2017: 1,9 Mio.) kommen, kann von Zukunft Waldbronn nicht nachvollzogen werden. Wir werden recherchieren....

Recherche abgeschlossen. Der Amtsinhaber operiert mit Halbwahrheiten:

Tatsächlich hat sich die Finanzlage Waldbronn´s bezogen auf die Jahresrechnung 2016 verbessert.
Für 2016 konnten anstatt 3,351 Mio. nun rund 5,7 Mio. der Rücklage zugeführt werden.

Eine Analyse ergibt, dass es sich bei diesen fast 2,4 Mio. mehr überwiegend um Einmaleffekte handelt.

Unrichtig
ist die Darstellung im Bürgerbrief des Amtsinhabers, dass "anstatt 1,9 Mio. Rücklage nun 5,7 Mio. - also fast 4 Mio. mehr zur Verfügung stünden. Wenn man sie denn im Laufe des Jahres nicht ausgeben müsste...

Leider sind Fakten manchmal nicht einfach zu lesen. 

Laut unten stehendem Schaubild sieht die aktuelle Finanzplanung 2017  wie folgt aus:

Und wie hier dargestellt, verbleibt es bei einer negativen Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt. Und dies ist das Kernproblem.

Es bleibt dabei: Der Haushalt muss dringend konsolidiert werden.

Und es bleibt dabei: Waldbronn hat ein Ausgabenproblem.


Die gesamten Unterlagen sind seit heute auf der homepage von Waldbronn hier abrufbar->

Mit der Erläuterung:

"...Die nochmals verbesserte Entwicklung des Jahres 2016 ist auf zahlreiche Einmaleffekte zurückzuführen. Sie ist eine große Hilfe, um den Haushaltsausgleich 2018 zu schaffen. Sie reicht aber nicht aus, um die Deckungslücke im Finanzplan 2018 zu schließen. Diese beträgt noch rund 400.000 Euro. Auch für die Folgejahre ab 2019 besteht weiterhin Konsolidierungsbedarf..."


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