Heisser Herbst in Waldbronn?

Die -lokalpolitische- Sommerpause des Gemeinderats neigt sich dem Ende zu.
Folgt nun aufgrund der Neukonstellation durch die Gemeinderatswahlen ein heisser Herbst?

Strittige Themen gäbe es freilich genug.
Fast unbemerkt von der Waldbronner Öffentlichkeit wurde das Aldi-Projekt zwischenzeitlich zu einem Monsterprojekt.

Nicht 80 Wohnungen, auch keine 100 Wohnungen, sondern mindestens rund 130 Wohnungen für rund 200 Personen sollen gebaut werden. Und dies auf bis zu 5-stöckigen Gebäuden!


Sind die Konsequenzen dem Bürgermeister, der Verwaltung und dem Gemeinderat eigentlich hinreichend klar?

Wir wissen es nicht. Möglicherweise fehlt hie und da das Vorstellungsvermögen, welche Konsequenzen auf die Bürger resp. Anwohner zukommen:

Auf der einen Straßenseite ein Neubaugebiet mit 800 Einwohnern, auf der anderen Straßenseite ein sogenanntes Nahversorgungszentrum mit erheblichem Einzugsgebiet und somit erheblichem zusätzlichen Verkehrsaufkommen plus rund 200 weitere Einwohner. Und geschätzt weiteren 150 PKW.

Der stark verkürzte BNN-Artikel vom 10.September läßt auch dies nicht im Ansatz vermuten.
Zukunft Waldbronn stellt deshalb hier die Einwendungen gegen das "Aldi-Projekt" zum download zur Verfügung:

Download
Stellungnahmen zum "Nahversorgungszentrum Talstraße"
11_2_Stellungnahmen_aus_Oeffentlichkeits
Adobe Acrobat Dokument 3.2 MB

Nahversorgungszentrum ja - aber kein Monsterprojekt!

Bemerkenswert bei dieser Vorgehensweise ist, dass Bürgermeister, technisches Amt und zumindest Teile des Gemeinderats mit der Größenordnung offenbar keine Schwierigkeiten haben.
Auch die Tatsache, dass für die rund 130 Wohnungen (wenn es dabei bleibt!) nur rund 137 Stellplätze nachgewiesen werden müssen (da nur 7 Wohnungen anscheinend über 80 qm haben), läßt unsere Verwaltung nicht aufhorchen.

Es hat sich anscheinen bis Waldbronn noch nicht herumgesprochen, dass pro Wohnung im Schnitt mit mehr als 1 PKW zu rechnen ist. Entsprechend haben viele Kommunen ihre Stellplatz-Verordnungen erlassen.
Mangels gültiger Stellplatz-Verordnung kann sich deshalb der Investor auf die MIndestzahl an Stellplätzen gemäß Landesbauordnung berufen.

Das wird ein Spaß in der Talstraße!

Oder muß man einfach zur Kenntnis nehmen, dass dem Bürgermeister und manchen Gemeinderäten das ziemlich sicher eintretende Verkehrschaos und die zusätzliche Lärmbelästigung "egal" sind, da sie keine Anwohner der Talstraße sind?
Dies passt gut in die Vorstellung so mancher von einer weiteren "Hauptstraße Talstraße".
Zukunft Waldbronn berichtete hier->

Verschärft wird die Situation zusätzlich dadurch, daß laut planungsrechtlichen Festlegungen auch Gewerbe! zulässig sein soll:

"Das Sondergebiet „Einzelhandel Nahversorgung/Urbanes Wohnen“ dient

•der Unterbringung von der Nahversorgung dienenden, die Wohnnutzung im Sinne von § 6a BauNVO nicht wesentlich störenden Einzelhandelsbetrieben
•dem urbanen Wohnen einschließlich ergänzender wohnverträglicher gewerblicher Nutzungen.

Heisst: Arzt - und andere Praxen
, Dienstleister etc. Mit entsprechender zusätzlicher Verkehrsfrequenz und Parkplatzbedarf.

Und dies wiederum hat zur Folge, dass für diese Nutzung normalerweise zusätzliche Stellplätze vorgeschrieben sind!
Ob aus Kostengründen nur 1 Stellplatz je "Wohnung" geplant wird, im Zweifel dann jedoch gewerbliche Nutzung stattfindet: HIer muss Verwaltung und Gemeinderat höllisch aufpassen.

Neben Manhattan, Mainhattan bald auch Waldhattan?

Entwicklung muss sein. Jedoch nicht maßlos. Und hier scheint jedes Maß verloren gegangen zu sein.

Ist es bald vorbei mit der "Wohlfühlgemeinde im Albtal?
Denn zusätzlich werden wir sicher bald wieder von den Fleckenhöhen-Befürwortern hören...