Waldbronn: Geht´s auch mal eine Nummer bescheidener?

"Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt."
Henry Ford

Eine Weisheit von Henry Ford, die offenbar bei der Spitze der Verwaltung und so manchem Gemeinderat keinen Anklang findet.
 Dann gibt es natürlich noch die fleissigen Leserbriefschreiber, die wegen der ach so "hochgelobten" und "alles rettende" Gewerbesteuer am liebsten schon morgen das absolut letzte Fleckchen Bauland (Fleckenhöhe) zubetonieren wollen.
Milchmädchenrechnungen lassen grüßen!


Dabei werden aus meiner Sicht die Hausaufgaben beim intelligenten Sparen seit Jahren NICHT gemacht. Man kann auch sagen:
Einerseits fehlt der Wille, andererseits möglicherweise die Kompetenz.

In Waldbronn scheint z.B. das "Bauen zu jedem Preis" nicht abwendbar zu sein. Wir erinnern uns:

  • Bau der Anschlussunterbringung für bis zu 30 Personen in der Bahnhofstr.13a:
    Nachdem anfänglich -für eine Holzbaukonstruktion- rund € 400.000 von der Verwaltung genannt wurden, wurden im Juni 2015 von der Verwaltung € 600.000 veranschlagt.
    Ergebnis:
    Weit mehr als 1 Mio. Baukosten. Natürlich ohne Grundstück.

  • Bau KiTa Waldschatz:
    Geplant war ein Bau für 2,8 Mio. Das war auch schon zu teuer.
    (Siehe Rechnungshof Baden-Württemberg dazu ->)
    Ergebnis:
    Es wurden rund 3,5 Mio.
    Kommuniziert
    wurden in der BNN 2 Mio.
    Siehe hier-> Märchenstunde
    (Einen Zuschuß gab es, das sollte nicht verschwiegen werden, sodaß an Waldbronn 2,9 Mio. hängen blieben. Den Zuschuß hätte es in ähnlicher Höhe aber auch bei Baukosten von 2,8 Mio. gegeben).

  • Bau Erweiterung KiTa Don Bosco:
    Geplant wurden zunächst 1,53 Mio, dann wurden es 1,8 Mio., dann knapp 2 Mio. bei 270 qm! Nettofläche. Nun sind 2,2 Mio. veranschlagt. Wir sprechen von Erweiterung um 3 Gruppen!
    Die bisher allgemein genannten 0,5 Mio je Gruppe sind damit obsolet.
    Und entlarven die damalige Milchmädchenrechnung, genannt  "Kosten-Nutzen Rechnung zum Baugebiet Rück II". In dieser wurden folgende Angaben gemacht:

    "Kinderbetreuungseinrichtung mit 6 Gruppen, davon 2 Kita und 1 Kiga für Baugebiet, Baukosten ca. 2,5 Mio. davon 50 % Baugebiet ca. 1.250.000,00 €"

    Ergebnis:
    End-Abrechnung noch offen.
  • Erweiterung Waldschule Etzenrot:
    Nun plant Verwaltung und Gemeinderat ein Budget in Höhe von 1,9 Mio.
    Für die Erweiterung selbst -Nutzfläche 257qm!- sind 1,2 Mio vorgesehen, der Rest für Erneuerungen und Sanierungen.

  • Die Drehleiter:
    Was in Waldbronn als nicht aufschiebbar und zwingend notwendig dargestellt wurde,
    wurde in Rheinstetten aufgrund der finanziellen Situation erst mal abgelehnt, siehe hier->
    - und zwar auch von  Andreas Rottner (CDU und selbst Feuerwehrmann), der wie Schrempp auf die interkommunale Zusammenarbeit setzt.
    Ob nun zwingend notwendig oder nicht: Mindestens € 740.000 wechseln den Besitzer.
    Zum Vergleich: Rheinstetten hat knapp 21.000 Einwohner. Und eine deutlich geringere pro Kopf-Verschuldung als Waldbronn!

  • Die Kurparkbrücke von Pontifex Maximus:
    € 45.000
    Sanierung sollten es sein, € 74.000  wurden es, natürlich gabs dazu wieder einen verlockenden Zuschuß des Landes, sodaß es weiterhin eine Kurparkbrücke gibt, die
    von Kurgästen überwiegend nicht benutzt werden können, weil es keine Kurgäste mehr gibt, sondern nur noch Reha-Aufenthalte, überwiegend Orthopädie. Und mit Krücken sollte man diese Brücke wahrlich meiden!

    Ebenso sollten
    - Mütter/Väter  mit Kinderwägen
    - Senioren, die nicht topfit sind
    das überflüssige  Bauwerk meiden! Ein  Fußgängerüberweg wäre an der Stelle weitaus sinnvoller...

  • Überplanmäßig/Außerplanmäßig:
    Eine Formulierung, die zwischenzeitlich in fast jeder Gemeinderatssitzung gebraucht wird.
    Die neue Normalität in Waldbronn!?
  • Die Aufzählungen
    ließen sich problemlos seitenweise fortsetzen.
    Mit eigenem Kapitel für die Kurverwaltung und Albtherme (folgt wohl bald).

    Doch wann wenn nicht jetzt wird quergedacht? Die Gemeinderäte sollten hier die Initiative ergreifen, und nicht nur in den Gemeinderatssitzungen warnend den Finger heben, ohne dass weitere Konsequenzen ergriffen werden. So jedenfalls wird das nix mit sinnvollen Einsparungen.