Der Haushalt Waldbronn - eine unendliche Geschichte

Für die Träumer unter den Gemeinderäten/innen: Aus dem Kurzbericht des Kämmerers.

..."Einschätzung zum Haushaltsplanentwurf 2020:
Der vergleichsweise geringe erwartete Gewerbesteuerertrag von 3,1 Mio. Euro und die Folgen
des hohen Gewerbesteuerertrags 2018 führen dazu, dass der Ergebnishaushalt in beachtlicher
Höhe negativ ausfällt und die liquiden Mittel der Gemeinde rapide sinken.

Das ordentliche Ergebnis des Ergebnishaushalts fällt entsprechend noch negativer aus, da
sich die Abschreibungen (im Unterschied zum Verwaltungshaushalt in der Kameralistik) auf
das ordentliche Ergebnis auswirken.
Das negative Ergebnis bedeutet, dass die Abschreibungen nicht erwirtschaftet werden und die Gemeinde somit von der Substanz lebt, da selbst für Ersatzinvestitionen zum Aufrechterhalten der vorhandenen Infrastruktur keine Mittel
erwirtschaftet und zurückgelegt werden können.

Künftige Ersatzinvestitionen müssten somit – soweit zulässig – mit Darlehen finanziert werden. Das gilt auch für die Folgejahre 2021-2023, bei denen von einem negativen ordentlichen Ergebnis auszugehen ist.


Die aktuelle finanzielle Situation verdeutlicht einmal mehr, wie dringend notwendig die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung waren, die der Gemeinderat 2017 beschlossen hat.
Diese führen z. B. im Hinblick auf die Musikschule 2020 erstmals zu spürbaren positiven
finanziellen Auswirkungen.
In Bezug auf den Eistreff und das Gesellschaftshaus Etzenrot
können spürbare finanzielle Verbesserungen dagegen erst in Zukunft erwartet werden, wenn
das Umsetzen der Beschlüsse zur Aufgabe dieser Einrichtungen zu positiven finanziellen
Effekten führen wird.

Berücksichtigt man, dass die Erträge aus der Einkommensteuer auf einem Rekordhoch sind
und die finanzielle Situation der Gemeinde Waldbronn dennoch so schlecht ist, zeigt sich
deutlich, dass erheblicher weiterer Konsolidierungsbedarf besteht."...

Noch Fragen? Was ist denn mit dem Grundstücksverkauf Rück II - das sollte doch DIE Entlastung für den Haushalt sein?* Und vor einem Jahr war doch noch alles in Ordnung?**

*Aus der Haushaltsrede der SPD/Bürgerliste zum Haushaltsplan 2018:

Ein weiterer Sonderfaktor in 2018: Erhebliche Finanzmittel der Gemeinde Waldbronn für
getätigte Grundstücksankäufe in Höhe von über 3 Millionen Euro sind derzeit noch
durch die Umlegung des Neubaugebietes Rück ll gebunden. Hier sind wir jedoch
zuversichtlich, dass der Bebauungsplan 2018 beschlossen und verabschiedet werden
kann. Dann werden diese Gelder durch Grundstückserlöse auch wieder an die
Gemeinde zurückfließen. Dies bedeutet dann für den Haushalt 2018 eine spürbare
Entlastung und somit auch wieder Gestaltungsmöglichkeiten.

*Zum Haushalt 2018 der Bürgermeister:

"Rück II geht nun also, nach einer schwierigen Bodenordnung, seinen
Weg. Dort, liebe Bürgerinnen und Bürger, liegen auch 3 Millionen Euro
durch Grundstückskäufe gebunden. Die konnten wir im vorliegenden
Haushalt noch nicht aktivieren. Dies geht erst nach Vollzug des
Verkaufs der Grundstücke, den ich so im Spätjahr 2018 erwarte. Das
wird uns mittelfristig etwas Luft verschaffen. Wir wissen heute schon,
dass durch ein gutes Jahr 2017 und eine nochmals bessere
Steuerschätzung im November, wir für die nächsten 2 bis 3 Jahre
rechtskonforme Haushalte erstellen können."

**Und zum Haushaltsplan 2019:

Auszug Haushaltsrede SPD/Bürgerliste:

Was für ein Unterschied zum Haushalt vor einem Jahr! Die Finanzsituation der Gemeinde hat
sich deutlich entspannt. Durch hervorragende Gewerbesteuereinnahmen präsentiert sich der
aktuelle Haushaltsplan für 2019 um über 10 Millionen Euro günstiger als noch vor einem Jahr
vermutet. Der Nettoschuldenstand unter Berücksichtigung der Rücklagen bewegt sich nicht wie
befürchtet bei über 21 Millionen, sondern er beträgt nur noch 10,5 Millionen Euro. Die Rücklage
wird dabei nicht auf den Mindestbetrag abgebaut, sondern wird sich voraussichtlich auf 5
Millionen Euro belaufen. Dies gibt der Gemeinde Spielraum für Gestaltung bzw. Sicherheit für
rückläufige Einnahmen.
Für den Erweiterungsbau für drei Gruppen am Kindergarten Don Bosco ist eine Kreditaufnahme
von 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Kredit wäre wegen der vorhandenen Mittel nicht
notwendig, aber er rechnet sich für die Gemeinde: Zu den ohnehin niedrigen Kreditzinsen von
0,05% erhält die Gemeinde auch noch einen Tilgungszuschuss.
Außerdem können voraussichtlich durch die vorhandenen Mittel in den Jahren 2020/21 größere
Restdarlehen komplett getilgt werden.
Dies führt dann zu einer weiteren erheblichen Schuldenreduzierung für die Gemeinde.

Zitat aus Haushaltsrede Bürgermeister Masino:

Für 2019 bleibt Stand heute festzuhalten: der Blick auf den Haushaltsplan 2019 stimmt
zuversichtlich und fordert uns auf, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
In einem Satz zusammengefasst: „Die kommunalen Sorgen in Waldbronn waren schon
größer“.


Und nun 2020 und folgende Jahre?

...to be continued/Fortsetzung folgt...